Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Wir machen Urlaub

Vom 03. August bis zum 14. August bleibt die Geschäftsstelle urlaubsbedingt geschlossen.

Wir wünschen unseren Mitgliedern und Gästen erholsame Stunden und viel Petri Heil an unseren Gewässern

Der Vorstand

Größter niedersächsischer Aalbesatz in Ostfriesland. Ostfrieslands Angler setzen fast eine viertel Million Jungaale in die Gewässer

Sorgfältig werden die Aale in den Auricher Hafen entlassen.

Genauso wie Elefant und Tiger ist der Europäische Aal nicht zuletzt durch den illegalen internationalen Handel bedroht. Die Glasaale werden dazu zunächst an den atlantischen Flussmündungen, wie die der Loire, von Schwarzfischern gefangen und lebend nach Hong Kong geschmuggelt. Von dort geht es in Aquakulturen, meist auf das chinesische Festland, wo die Aale in Massentierhaltung mit industriellen Futtermitteln gemästet werden. Haben die Fische ihre tafelfertige Größe erreicht werden sie hauptsächlich nach Japan verkauft, wo sie als Sushi in den Mägen der Konsumenten enden. Ein anderes Unheil droht den Aalen, die es hier bei uns bis zur Geschlechtsreife gebracht haben und nun in das für sie einzige Laichgebiet, die Sargassosee im Atlantik bei den Bahamas, abwandern wollen. Die meisten so  in den großen Strömen Deutschlands und Europas schwimmenden Tiere erreichen nur zu einem Bruchteil die Nordsee. Querverbauungen und insbesondere Wasserkraftwerke stellen für sie eine tödliche Gefahr dar. Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2020 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen. Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) und der Angelsportverein Leer (ASV) zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen. Insgesamt gelang es so für den BVO 847 Kilo und für den ASV rund 114 Kilo Aale zu einem Stückgewicht von rund 4 Gramm einzukaufen. Insgesamt ergibt das die stattliche Zahl von weit mehr als 240.000 Jungtieren. Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen.

Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter des AVN, begutachtet die Aale

Zur Frage der Herkunft der Aale erklärt Eric Jibben, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im BVO, wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt,  dass der Besatz geeigneter Gewässer mit Jungaalen die wirksamste Maßnahme sei, um den Fortbestand der Aalbestände in Europa zu sichern. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt. Genau wie eingangs beschrieben werden die Tiere an den europäischen Flussmündungen abgefangen und in Fischfarmen vorgestreckt. Nur eben ganz legal zum Zwecke der Arterhaltung. Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO und Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer, waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen. Diesen Ablauf jedes Jahr minutiös zu planen gleicht einer logistischen Meisterleistung und ist nur durch die Bereitschaft so vieler ehrenamtlich tätiger Angler zu schaffen, so Nieland gegen Mittag dankend an der letzten Abgabestelle am Uphuser Meer bei Emden. Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland abschließend zum Uphuser Meer bei Emden. “Der Ablauf hat wieder einmal bestens geklappt”, freute sich Nieland am Mittag.

Unter erschwerten Bedingungen. Auch der diesjährige Aalbesatz blieb von den Corona-Auflagen nicht verschont