Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

170 Ehrenamtliche setzen 320.000 Aale aus.Ostfrieslands Angler setzen erneut Jungaale in die Gewässer

Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2021 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen.

Berufsfischer Rudolf Endjer entließ die Jungaale entlang der Schilfgürtel am Großen Meer

Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO), der Angelsportverein Leer (ASV), sowie der SFV Borkum zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen.

An jeder Abgabe- und Verteilstation bot sich am Samstagvormittag das gleiche Bild: Insgesamt rund 170 Ehrenamtliche erwarteten den Transporter der Firma Albe um endlich die Aale im Empfang nehmen zu können.

Als Besatz vorgesehen waren für den Bereich des BVO 690 Kg, ASV Leer 100 Kg und für den SFV Borkum 12 Kg. Also insgesamt 802 Kg.

Und so kam es auch. Bei zwei Zähl- und Wiegeproben während des Besatzes wurde ein Durchschnittsgewicht von 2,50 Gramm ermittelt. Rund 320.000 Aale wurden somit in ihr Element entlassen. Dr. Markus Diekmann, leitender Veterinär beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit -Dez. Binnenfischerei-Fischereikundlicher Dienst-, begutachtete die Tiere und stellte einen einwandfreien Gesundheitsstatus fest.

Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland stellten durch 2 Zähl- und Wiegeproben das Durchschnittsgewicht und somit die Gesamtzahl der Aale und den Gesundheitszustand fest.

Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland, dem Großen Meer und abschließend zum Uphuser Meer bei Emden.  In Südbrookmerland nahmen Mitglieder der Ortsgruppe Norden des BVO ein großes Kontingent in Empfang und verteilten die Tiere auf das nördliche Verbandsgebiet des BVO, u.a. auch in die neu vom Entwässerungsverband Norden angepachteten Gewässer im Bereich Großheide und Berumerfehn.

Großes Interesse zeigte auch in diesem Jahr die ostfriesische Presse an der Besatzaktion. Erstmals vertreten war ein Redakteur des bekannten Ostfriesland-Magazins. Stefan Hellmich interviewt Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland.
Wir dürfen gespannt sein, ob demnächst ein ebenso schöner Bericht über das Leben des europäischen Aales im Ostfriesland Magazin erscheint, wie der Bericht über den BVO in der April-Ausgabe des Magazins.

Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt.

Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO,  Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer und Henning Krolage vom SFV Borkum waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen.

Nur noch wenige Sekunden, dann geht`s endgültig in die Freiheit. Von nun an sind die Tiere sich selbst überlassen. Wir hoffen, dass es möglichst vielen von Ihnen gelingt, irgendwann das Laichgebiet in der Sargasso-See zu erreichen und sich natürlich fortzupflanzen.

Alle Verantwortlichen zeigten sich am Mittag sehr zufrieden über den reibungslosen Ablauf. Ein großer Dank geht an alle rund 170 ehrenamtlichen Helfer.

Belly-Boot-Angeln

Erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Das Angeln vom “Belly”.

Auch im Verbandsgebiet des BVO erfreut sich das Angeln vom Belly-Boot immer größerer Beliebtheit. Dies liegt sicher zum einen an der Zunahme der Mitgliederzahlen allgemein während der Corona-Zeiten. Ein anderer Aspekt mag die Verfügbarkeit deutlich besserer Boote sein, von der das Angeln auch wirklich sicher und komfortabel ist und dementsprechend einfach mehr Spaß macht.

Aus Sicht des Verbandes ist gegen diese Art des Angelns eigentlich nichts einzuwenden. Es ist umweltschonend und leise, da so ein Boot in der Regel mittels Flossen, maximal mit einem E-Motor betrieben wird. Die Flora und Fauna an den Gewässern wird somit bestmöglich geschont.

Und dennoch häufen sich die Probleme mit dieser Art des Fischens.

Beim BVO gehen derzeit vermehrt Beschwerden über rücksichtslose, uneinsichtige und vermeintlich sich nicht regelkonform verhaltende “Belly-Kapitäne” ein.

Allein in freier Natur stellt ein “Belly-Angler” kein Problem dar.

Was ist das Problem?

Ein Großteil der Beschwerden kommt von sogenannten “Meerbuden-Besitzern” an den ostfriesischen Binnenmeeren, insbesondere dem Uphuser-Meer. Hier tummeln sich an den Wochenenden nicht einzelne, sondern mittlerweile eher dutzende Boote auf dem Wasser. 

Und wie es auch in anderen Bereichen des Lebens so ist: Die Belästigung des Einen fängt dort an, wo Rücksicht der Anderen zu wünschen übrig lässt. Es muss nicht sein, dass während der üblichen Ruhe- und Essenszeiten, bis an die Terrassen der Anwohner herangefahren wird und teilweise an deren Stege festgemacht wird. Dies ist den Anwohnern ganz einfach unangenehm. Dafür sollte jeder Verständnis haben.

Eine andere Art der Beschwerden kommt aus der Anglerschaft selbst und die dürfte es eigentlich gar nicht geben.  Die Regularien des Einsatzes solcher “Ein-Mann-Boote” sind in der Fischerei- und Gewässerordnung ganz klar und unmissverständlich geregelt:

Belly-Boote sind hinsichtlich sämtlicher Bestimmungen der Fischerei- und Gewässerordnung anderen Booten gleichgestellt! Das heißt ganz einfach, dass auch Belly Boote einen Anker mitzuführen haben und dieser auch benutzt wird, wenn der Angelplatz erreicht wird.

Ein kleiner 750Gramm Anker hält das Boot perfekt am Platz. Unabhängig davon, dass er auch auf einem Belly Vorschrift ist, kann man sich so sehr gut gegen die ständige Winddrift auf den ostfrisieschen Gewässern schützen.

Sog. Schlepp- und Vertikal-Fischen ist in den Gewässern des BVO nicht erlaubt.

Echolote sind in den flachen Gewässern für Boote allgemein nicht mehr explizit verboten, also auch nicht für Belly´s. Man fragt sich natürlich, wofür die an einem Belly benötigt werden?

Die Welt aus der Sicht eines “Belly-Kapitäns”. Näher kann man nicht mit der Natur und dem Element Wasser verbunden sein.

Wer mich kennt, weiß, dass ich selbst ein begeisterter Anhänger des Belly-Angelns bin.

Ich appelliere deshalb an alle Mitglieder und Freunde: “Nehmt einfach Rücksicht aufeinander und haltet Euch an die Regeln”!

Sonst sind die nächsten Einschnitte in unser schönes Hobby vorprogrammiert.

Nicht der Größte. Aber Belly, Barsch und Sonne gehören für mich zu einem perfekten Sommer einfach dazu.

Die Fischereiaufsicht ist schon jetzt angewiesen verstärkt auf Verstöße von Belly-Boot-Anglern zu achten.

Petri Heil und steht´s einen daumenbreit  Wasser unter den Flossen

E.J.