Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Sparsamer Umgang mit Wasser erforderlich (Pressemitteilung)

Pressemitteilung 26.07.2018

Sparsamer Umgang mit Wasser erforderlich

Angesichts der anhaltend trockenen Witterung fangen viele Gartenbesitzer an, ihre Rasenflächen zu beregnen. Neben Wasser aus der Leitung wird dazu auch Wasser aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser verwendet. Wasser aus der Leitung wird aus Kostengründen weniger gern verwendet. Zudem weist der OOWV als größter Wasserversorger in der Region darauf hin, dass auch bei ausreichender Versorgung sparsam mit Leitungswasser umgegangen werden sollte. Die Wasserwerke müssen bereits mehr Wasser als üblich zur Verfügung stellen.

Die Entnahme von Wasser aus Gräben führt angesichts der niedrigen Wasserstände zu weiteren Beeinträchtigungen für Fische und Amphibien. Viele Gräben und kleinere Teiche sind bereits trockengefallen. Größere Teiche und Baggerseen weisen ebenfalls niedrigere Wasserstände als in Jahren mit durchschnittlichem Niederschlag auf.

Die untere Wasserbehörde beim Landkreis Aurich weist darauf hin, dass jede Entnahme von Wasser mit maschinengetriebenen Pumpen aus oberirdischen Gewässern und dem Grundwasser einer behördlichen Erlaubnis bedarf. Angesichts der ausgewöhnlich trockenen Witterung kann diese jedoch nur in besonders begründeten Fällen in Aussicht gestellt werden.

Die Wasserknappheit in den Gewässern ist mittlerweile auch ein großes Thema beim Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO), der viele Gewässer in Ostfriesland bewirtschaftet. Der BVO und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN Aurich) sehen, wie in einem Gespräch mit dem Landkreis Aurich zum Ausdruck kam, keine Möglichkeit, unter Wassermangel leidende Gewässer mit zusätzlichem Wasser aus anderen Gewässern aufzufrischen. Dadurch werden nur Probleme verlagert und Schäden an anderen Gewässern herbeigeführt. Der BVO hat zudem seine Mitglieder aufgefordert, gefährdete Fischbestände nach Möglichkeit zu bergen und in Gewässer mit besserer Qualität umzusetzen.

Die Entnahme von Wasser ohne die erforderliche Erlaubnis kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Bislang ist es dazu noch nicht gekommen. Der Landkreis Aurich wird jedoch zum Schutz der

Gewässer Kontrollen vornehmen und Maßnahmen zur Einstellung der Wasserentnahme anordnen und Bußgeldverfahren einleiten.

Wassermangel – Fischsterben im Verbandsgebiet

Liebe Anglerkollegen, Fischereiaufseher und Gewässerwarte, Obleute, Anwohner der Gewässer und alle Mithelfenden. .

Auf Grund der lang anhaltenden Trockenheit scheint sich die Lage nunmehr extrem zu entwickeln.Die Hilferufe laufen bei uns stündlich ein. Betroffen davon sind quasi unser gesamtes Verbandsgebiet, besonders aber die Wieken und kleinere Kanäle in den Fehn- und Moorgebieten.
Eine Wetteränderung ist z. Zt. wohl kaum in Sicht und etwaige Regenfälle werden sich dann wohl erst mit sehr hoher zeitlicher Verzögerung und dann mit entsprechenden Fremdlasteinträgen auswirken. Eine sehr hohe Blaualgenentwicklung ist teilweise schon jetzt gegeben.
Die Leitfähigkeit des Wassers hat auf Grund der sehr starken Verdunstung und damit der Konzentration der ohnehin vorhandenen Schadstoffe in dem Restwasser extrem zugenommen. Die Sauerstoffkonzentration wird auch noch begünstigt durch die hohe Temperatur extrem abnehmen.

Die nachstehende Mail von Gestern für euch zur Kenntnis.

Meldungen über erneute Fischsterben und erhöhten Sauerstoffzerrungen liegen uns jetzt auch ganz massiv aus den Bereichen Südbrookmerland, Moormerland und sogar der Krumhörn und Greetsiel vor. Auch im Wittmunder und Auricher-Bereich ist die Situation nicht anders. Die Moore und Feuchtgebiete geben kein Wasser mehr ab. Die Entwässerungsverbände haben alle möglichen Abschottungen geschlossen.

Im Anhang erhaltet ihr vorweg den Pressebericht des Landkreises Aurich zur Information. Er wird vermutlich morgen in den Tageszeitungen erscheinen. Es ist quasi eine gemeinsame Erklärung der Wasserbehörde, der Naturschutzbehörde, des NLWKN, des Entwässerungsverbandes und der Kommunen sowie des BVO.

Dieser Pressebericht wurde bewusst kurz  und allgemein gehalten. Die Presse wird das Thema sowieso in den nächsten Tagen abarbeiten.

Beim heutigen Ortstermin in Ihlow wurde leider eindeutig festgestellt, dass aus anderen Bereichen unserer Kanäle und Wieken kein Wasser schadlos um- bzw. abgeleitet werden kann. Wir würden nur noch andere Gewässer in sehr kurzer Zeit erheblich gefährden.  Die einzige Möglichkeit wird es in Wiesmoor durch die Ableitung aus dem Nord-Georgsfehn-Kanal geben, aber leider auch nur in zeitlichen Abständen und nur in dem Maße, dass der Wasserspiegel im oberen Bereich des Ems-Jade-Kanal nicht extrem abfällt. Zwischen den Schleusen Wiesens und Upschört befinden wir uns nun mal auf einer natürlichen Erhöhung. Daher meine eindringliche Bitte an alle Anglerkollegen. Soweit möglich, versucht bei entsprechenden Feststellungen die bedrohten Tiere mit den zur Verfügung stehenden Mitteln –unsere Ortsgruppen sind entsprechend ausgerüstet, auch wenn es vermutlich nicht reichen wird- abzufangen und in entsprechend geeignete BVO-Gewässer umzusetzen.Die letzten Beobachtungen haben gezeigt, dass unsere Kleinfische beim Erreichen der Oberfläche von regelrechten Möwenschwärmen und Fischreihern abgeerntet werden. Aus diesem Grunde finden wir hauptsächlich noch größere und auch äußerst kapitale Exemplare vor.

Wir hoffen auf eure Unterstützung. Bitte setzt euch mit den Obleuten in Verbindung.

Ich bin auch jederzeit für euch erreichbar.

 

Hilko Nieland

BVO Gewässerangelegenheiten und Fischereiaufsicht.

Sperrung Brücke Verbindungskanal

Wegen dringender Reparaturarbeiten ist die Brücke über den Verbindungskanal (zur BVO Geschäftsstelle) seit heute bis voraussichtlich Freitag den 20.07.2018 für den ganzen Strassenverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert!