Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Wintereinbruch läutet die Schonzeit ein

Zum letzten Wochenende der Raubfischsaison hat der Winter in unserem Verbandsgebiet Einzug gehalten. Wo die Wasserflächen noch nicht zugefroren waren sah man heute wohl die letzten Angler auf der Pirsch nach Esox und Co.

Volle Konzentration zum Saisonabschluss

Vom 01. Februar bis einschließlich 15. Mai  dürfen sich unsere geschuppten Räuber dann ganz dem Brutgeschäft widmen und werden von uns in Ruhe gelassen. Wir bitten die Schonzeit strikt zu beachten!

Auch ohne Angelrute zeigte sich die Natur heute von seiner ganz besonderen Seite. Bilder wie wir sie hier seit Jahren nicht mehr erleben durften:

in ein paar Monaten ergrünt auch dieser Busch erneut.
gefrorene Salzwiesen außendeichs bei Norden-Westermarsch
frostiges Sonnenbad
Flug in frostig-klarer Luft
langsam aber sicher gefriert das Wasser zu Eis

Bleiben Sie gesund…

BVO bietet Online-Lehrgänge

Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte hat der BVO einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung im Online-Videoformat angeboten. Nachdem am 13. November in den Vereinsheimen in Aurich, Südbrookmerland und Norden zeitgleich um 18:00 Uhr die Anmeldungen zum Online-Videolehrgang durchgeführt wurden, wurde dieser im Zeitraum vom 17. November bis zum 12. Dezember 2020 im Online-Videoformat durchgeführt. Es haben insgesamt 76 Personen an unserem ersten Online-Videolehrgang, der von den Ausbildern Marco Ubben und Stefan Kuhlmann geleitet wurde, teilgenommen. Es haben 75 Teilnehmer die Fischerprüfung, die am 12. Dezember in der Zeit von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr in fünf Prüfungsdurchgängen durchgeführt wurde, bestanden.

Nur zur Prüfung, welche unter strikter Einhaltung eines Corona Hygienekonzeptes durchgeführt wurde, mussten die Teilnehmer persönlich erscheinen.
Die praktische Prüfung erfolgte quasi “im Freien” unter der Überdachung am Anglerheim in Tannenhausen.

Der BVO wird auch in Zukunft kontinuierlich und bedarfsorientiert interessierten Personen Online-Videolehrgänge, als zusätzliches Angebot zu unseren Präsenzlehrgängen in den Vereinsheimen, die auf Grund der Corona-Pandemie z. Zt. nicht stattfinden können, anbieten, so dass auch der grundsätzlich bestehende Bedarf an Fischerlehrgängen insgesamt jederzeit, durch ein entsprechendes Angebot, befriedigt  werden kann.

Mario Feddinga

Mitgliederversammlung des BVO in der Nordseehalle in Emden

Am Freitagabend, den 04. September, fand unter Corona-Bedingungen die Mitgliederversammlung des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO), Deutschlands größtem Angelverein, statt.

Rund 60 aktive Mitglieder durfte Vorsitzender Onno Behrends in der großen Halle begrüßen. Ordnungsgemäß geladen hatte man über die Verbandsnachrichten sowie in der Presse schon im Frühjahr, auch zu dem jetzt wahrgenommenen Ausweichtermin, stellte er zu Beginn der Versammlung fest.

Mitgliederversammlung unter Corona-Bedingungen

Auf die sonst üblichen Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und der Jägerschaft sowie auf die Ehrungen langjähriger Mitglieder müsse man in diesem Jahr leider verzichten. “Gerade unsere Jubilare gehören aufgrund ihres Alters zur besonderen Risikogruppe”, betonte der Vorsitzende. Der geschäftsführende Vorstand habe es sich nicht leicht gemacht mit dieser Entscheidung, aber der Gesundheitsschutz habe absolute Priorität.

In seinem Jahresbericht ließ Behrends das Jahr 2019 nochmals Revue passieren. In Bezug auf den Mitgliederbestand und die Finanzen sei es ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen. Sorge bereite den Anglern die immer trocken und wärmer werdenden Sommer mit den Auswirkungen auf Flora und Fauna der Gewässer. Der Jahresbeitrag braucht auch im 17. Jahr in Folge in 2021 nicht angehoben zu werden. Abschließend bedankte er sich bei den aktiven ehrenamtlichen Funktionsträgern und Helfern in den Ortsgruppen, ohne die ein so großer Verein nicht funktionieren könne. Auch die Angestellten in der Geschäftsstelle hätten sehr gute Arbeit geleistet.

Führte gewohnt souverän und gelassen durch die Versammlung: Onno Behrends

Es folgten die Berichte des Schatzmeisters, des ersten Fischerei- und Gewässerwartes, des Jugend- und des Sportwartes.

Mario Feddinga konnte ein sehr positives Vereinsergebnis in Höhe von rund 70.741.- Euro präsentieren, machte aber gleichzeitig deutlich, dass 2019 vermutlich das letzte “richtig fette Jahr” hinsichtlich der Finanzen gewesen sei. Für das Geschäftsjahr 2021 bräuchte man den deutschlandweit einmalig günstigen Jahresbeitrag nicht anzuheben. Aufgrund der immer weiter steigenden Verbandsbeiträge und der teurer werdenden Pachtverträge, Personalausgaben u.s.w. könne er das langfristig aber nicht ausschließen.

Hilko Nieland berichtete unter anderem von einem Anstieg der Fischwilderei in den Gewässern des BVO. 41 Strafanzeigen seien 2019 bei der Staatsanwaltschaft Aurich gestellt worden. 49 Fischereiaufseher seien für den BVO aktiv. Mit Blick auf die Fischsterben auch in 2019 und die immer mehr verlandenden Binnenmeere Ostfrieslands forderte er einen Dialog am runden Tisch. Alle Interessenvertretungen  müssen miteinander reden. “Wir müssen aufpassen nicht zwischen die Fronten der Politik zu gelangen” mahnte er. Es gehe in Ostfriesland nicht mehr um eine reine Entwässerung sondern um ein “Wasser-Management”, so Nieland abschließend.

Holger Flick berichtete über eine hervorragende Jugendarbeit in den Ortsgruppen des BVO. Nur dadurch sei langfristig der Mitgliederbestand zu halten.

Hilko Nieland, Mario Feddinga und Onno Behrends

Sportwart Wiebold Visser aus Emden gab anschließend einen Einblick in die Erfolge der Sportabteilung des BVO. Zusammen mit Dieter Endjer habe er zahlreiche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene erzielt.

Mehrfacher Casting-Weltmeister aus Emden: Wiebold Visser

Unter dem Tagesordnungspunkt Anträge galt es über eine neue Satzung des BVO abzustimmen. Diese war erforderlich geworden, weil die bisherige Satzung nicht mehr den Forderungen des Finanzamtes hinsichtlich bestimmter Passagen, welche die Vermögensverteilung, u.a. bei eventueller Auflösung des Vereins , genügte.

Deutlich teurer sollen zukünftig Gastkarten des BVO verkauft werden. Monatskarten soll es gar nicht mehr geben. Hintergrund ist u.a., dass man lieber mehr Mitglieder gewinnen möchte. Eine Wochenkarte soll zukünftig 30,00 Euro kosten. Da überlegt es sich vielleicht der ein oder andere Dauerurlauber lieber in den Verein einzutreten und 50,00 Euro Jahresbeitrag zu zahlen.

Beide Anträge, sowie die Entlastung des Vorstandes erfolgten einstimmig.

Bevor Vorsitzender Onno Behrends sich für den harmonischen Verlauf des Abends und das Vertrauen in die Arbeit des Vorstandes bedankte, machte er noch auf einen Beschluss der Vorstandes aufmerksam:

Die seit der Corona-Pandemie eingestellte Möglichkeit der Barzahlung des Mitgliedsbeitrages in der Geschäftsstelle oder bei den Obleuten bleibt auch für das Geschäftsjahr 2021 bestehen. Er bittet die Mitglieder, der Geschäftsstelle ein SEPA-Mandat zum Einzug zu erteilen. Alternativ sei auch eine Überweisung des Beitrages für 2021 möglich.

Vielen Dank

Größter niedersächsischer Aalbesatz in Ostfriesland. Ostfrieslands Angler setzen fast eine viertel Million Jungaale in die Gewässer

Sorgfältig werden die Aale in den Auricher Hafen entlassen.

Genauso wie Elefant und Tiger ist der Europäische Aal nicht zuletzt durch den illegalen internationalen Handel bedroht. Die Glasaale werden dazu zunächst an den atlantischen Flussmündungen, wie die der Loire, von Schwarzfischern gefangen und lebend nach Hong Kong geschmuggelt. Von dort geht es in Aquakulturen, meist auf das chinesische Festland, wo die Aale in Massentierhaltung mit industriellen Futtermitteln gemästet werden. Haben die Fische ihre tafelfertige Größe erreicht werden sie hauptsächlich nach Japan verkauft, wo sie als Sushi in den Mägen der Konsumenten enden. Ein anderes Unheil droht den Aalen, die es hier bei uns bis zur Geschlechtsreife gebracht haben und nun in das für sie einzige Laichgebiet, die Sargassosee im Atlantik bei den Bahamas, abwandern wollen. Die meisten so  in den großen Strömen Deutschlands und Europas schwimmenden Tiere erreichen nur zu einem Bruchteil die Nordsee. Querverbauungen und insbesondere Wasserkraftwerke stellen für sie eine tödliche Gefahr dar. Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2020 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen. Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) und der Angelsportverein Leer (ASV) zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen. Insgesamt gelang es so für den BVO 847 Kilo und für den ASV rund 114 Kilo Aale zu einem Stückgewicht von rund 4 Gramm einzukaufen. Insgesamt ergibt das die stattliche Zahl von weit mehr als 240.000 Jungtieren. Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen.

Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter des AVN, begutachtet die Aale

Zur Frage der Herkunft der Aale erklärt Eric Jibben, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im BVO, wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt,  dass der Besatz geeigneter Gewässer mit Jungaalen die wirksamste Maßnahme sei, um den Fortbestand der Aalbestände in Europa zu sichern. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt. Genau wie eingangs beschrieben werden die Tiere an den europäischen Flussmündungen abgefangen und in Fischfarmen vorgestreckt. Nur eben ganz legal zum Zwecke der Arterhaltung. Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO und Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer, waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen. Diesen Ablauf jedes Jahr minutiös zu planen gleicht einer logistischen Meisterleistung und ist nur durch die Bereitschaft so vieler ehrenamtlich tätiger Angler zu schaffen, so Nieland gegen Mittag dankend an der letzten Abgabestelle am Uphuser Meer bei Emden. Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland abschließend zum Uphuser Meer bei Emden. “Der Ablauf hat wieder einmal bestens geklappt”, freute sich Nieland am Mittag.

Unter erschwerten Bedingungen. Auch der diesjährige Aalbesatz blieb von den Corona-Auflagen nicht verschont

Verbandsnachrichten 1/2020 jetzt Online verfügbar.

Die Verbandsnachrichten sind in der Post und jetzt auch online einsehbar. Ihr findet sie HIER. Neben den bekannten Rubriken gibt es diesmal u.a. die Themen: “Neufassung der Satzung”, “Karpfenernte mal anders” oder um das Tauchen im Kolk. Viel Spass beim Lesen.
Passt auf euch auf und bleibt gesund.