Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Mitgliederversammlung des BVO in der Nordseehalle in Emden

Am Freitagabend, den 04. September, fand unter Corona-Bedingungen die Mitgliederversammlung des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO), Deutschlands größtem Angelverein, statt.

Rund 60 aktive Mitglieder durfte Vorsitzender Onno Behrends in der großen Halle begrüßen. Ordnungsgemäß geladen hatte man über die Verbandsnachrichten sowie in der Presse schon im Frühjahr, auch zu dem jetzt wahrgenommenen Ausweichtermin, stellte er zu Beginn der Versammlung fest.

Mitgliederversammlung unter Corona-Bedingungen

Auf die sonst üblichen Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und der Jägerschaft sowie auf die Ehrungen langjähriger Mitglieder müsse man in diesem Jahr leider verzichten. “Gerade unsere Jubilare gehören aufgrund ihres Alters zur besonderen Risikogruppe”, betonte der Vorsitzende. Der geschäftsführende Vorstand habe es sich nicht leicht gemacht mit dieser Entscheidung, aber der Gesundheitsschutz habe absolute Priorität.

In seinem Jahresbericht ließ Behrends das Jahr 2019 nochmals Revue passieren. In Bezug auf den Mitgliederbestand und die Finanzen sei es ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen. Sorge bereite den Anglern die immer trocken und wärmer werdenden Sommer mit den Auswirkungen auf Flora und Fauna der Gewässer. Der Jahresbeitrag braucht auch im 17. Jahr in Folge in 2021 nicht angehoben zu werden. Abschließend bedankte er sich bei den aktiven ehrenamtlichen Funktionsträgern und Helfern in den Ortsgruppen, ohne die ein so großer Verein nicht funktionieren könne. Auch die Angestellten in der Geschäftsstelle hätten sehr gute Arbeit geleistet.

Führte gewohnt souverän und gelassen durch die Versammlung: Onno Behrends

Es folgten die Berichte des Schatzmeisters, des ersten Fischerei- und Gewässerwartes, des Jugend- und des Sportwartes.

Mario Feddinga konnte ein sehr positives Vereinsergebnis in Höhe von rund 70.741.- Euro präsentieren, machte aber gleichzeitig deutlich, dass 2019 vermutlich das letzte “richtig fette Jahr” hinsichtlich der Finanzen gewesen sei. Für das Geschäftsjahr 2021 bräuchte man den deutschlandweit einmalig günstigen Jahresbeitrag nicht anzuheben. Aufgrund der immer weiter steigenden Verbandsbeiträge und der teurer werdenden Pachtverträge, Personalausgaben u.s.w. könne er das langfristig aber nicht ausschließen.

Hilko Nieland berichtete unter anderem von einem Anstieg der Fischwilderei in den Gewässern des BVO. 41 Strafanzeigen seien 2019 bei der Staatsanwaltschaft Aurich gestellt worden. 49 Fischereiaufseher seien für den BVO aktiv. Mit Blick auf die Fischsterben auch in 2019 und die immer mehr verlandenden Binnenmeere Ostfrieslands forderte er einen Dialog am runden Tisch. Alle Interessenvertretungen  müssen miteinander reden. “Wir müssen aufpassen nicht zwischen die Fronten der Politik zu gelangen” mahnte er. Es gehe in Ostfriesland nicht mehr um eine reine Entwässerung sondern um ein “Wasser-Management”, so Nieland abschließend.

Holger Flick berichtete über eine hervorragende Jugendarbeit in den Ortsgruppen des BVO. Nur dadurch sei langfristig der Mitgliederbestand zu halten.

Hilko Nieland, Mario Feddinga und Onno Behrends

Sportwart Wiebold Visser aus Emden gab anschließend einen Einblick in die Erfolge der Sportabteilung des BVO. Zusammen mit Dieter Endjer habe er zahlreiche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene erzielt.

Mehrfacher Casting-Weltmeister aus Emden: Wiebold Visser

Unter dem Tagesordnungspunkt Anträge galt es über eine neue Satzung des BVO abzustimmen. Diese war erforderlich geworden, weil die bisherige Satzung nicht mehr den Forderungen des Finanzamtes hinsichtlich bestimmter Passagen, welche die Vermögensverteilung, u.a. bei eventueller Auflösung des Vereins , genügte.

Deutlich teurer sollen zukünftig Gastkarten des BVO verkauft werden. Monatskarten soll es gar nicht mehr geben. Hintergrund ist u.a., dass man lieber mehr Mitglieder gewinnen möchte. Eine Wochenkarte soll zukünftig 30,00 Euro kosten. Da überlegt es sich vielleicht der ein oder andere Dauerurlauber lieber in den Verein einzutreten und 50,00 Euro Jahresbeitrag zu zahlen.

Beide Anträge, sowie die Entlastung des Vorstandes erfolgten einstimmig.

Bevor Vorsitzender Onno Behrends sich für den harmonischen Verlauf des Abends und das Vertrauen in die Arbeit des Vorstandes bedankte, machte er noch auf einen Beschluss der Vorstandes aufmerksam:

Die seit der Corona-Pandemie eingestellte Möglichkeit der Barzahlung des Mitgliedsbeitrages in der Geschäftsstelle oder bei den Obleuten bleibt auch für das Geschäftsjahr 2021 bestehen. Er bittet die Mitglieder, der Geschäftsstelle ein SEPA-Mandat zum Einzug zu erteilen. Alternativ sei auch eine Überweisung des Beitrages für 2021 möglich.

Vielen Dank

Größter niedersächsischer Aalbesatz in Ostfriesland. Ostfrieslands Angler setzen fast eine viertel Million Jungaale in die Gewässer

Sorgfältig werden die Aale in den Auricher Hafen entlassen.

Genauso wie Elefant und Tiger ist der Europäische Aal nicht zuletzt durch den illegalen internationalen Handel bedroht. Die Glasaale werden dazu zunächst an den atlantischen Flussmündungen, wie die der Loire, von Schwarzfischern gefangen und lebend nach Hong Kong geschmuggelt. Von dort geht es in Aquakulturen, meist auf das chinesische Festland, wo die Aale in Massentierhaltung mit industriellen Futtermitteln gemästet werden. Haben die Fische ihre tafelfertige Größe erreicht werden sie hauptsächlich nach Japan verkauft, wo sie als Sushi in den Mägen der Konsumenten enden. Ein anderes Unheil droht den Aalen, die es hier bei uns bis zur Geschlechtsreife gebracht haben und nun in das für sie einzige Laichgebiet, die Sargassosee im Atlantik bei den Bahamas, abwandern wollen. Die meisten so  in den großen Strömen Deutschlands und Europas schwimmenden Tiere erreichen nur zu einem Bruchteil die Nordsee. Querverbauungen und insbesondere Wasserkraftwerke stellen für sie eine tödliche Gefahr dar. Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2020 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen. Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) und der Angelsportverein Leer (ASV) zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen. Insgesamt gelang es so für den BVO 847 Kilo und für den ASV rund 114 Kilo Aale zu einem Stückgewicht von rund 4 Gramm einzukaufen. Insgesamt ergibt das die stattliche Zahl von weit mehr als 240.000 Jungtieren. Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen.

Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter des AVN, begutachtet die Aale

Zur Frage der Herkunft der Aale erklärt Eric Jibben, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im BVO, wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt,  dass der Besatz geeigneter Gewässer mit Jungaalen die wirksamste Maßnahme sei, um den Fortbestand der Aalbestände in Europa zu sichern. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt. Genau wie eingangs beschrieben werden die Tiere an den europäischen Flussmündungen abgefangen und in Fischfarmen vorgestreckt. Nur eben ganz legal zum Zwecke der Arterhaltung. Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO und Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer, waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen. Diesen Ablauf jedes Jahr minutiös zu planen gleicht einer logistischen Meisterleistung und ist nur durch die Bereitschaft so vieler ehrenamtlich tätiger Angler zu schaffen, so Nieland gegen Mittag dankend an der letzten Abgabestelle am Uphuser Meer bei Emden. Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland abschließend zum Uphuser Meer bei Emden. “Der Ablauf hat wieder einmal bestens geklappt”, freute sich Nieland am Mittag.

Unter erschwerten Bedingungen. Auch der diesjährige Aalbesatz blieb von den Corona-Auflagen nicht verschont

Verbandsnachrichten 1/2020 jetzt Online verfügbar.

Die Verbandsnachrichten sind in der Post und jetzt auch online einsehbar. Ihr findet sie HIER. Neben den bekannten Rubriken gibt es diesmal u.a. die Themen: “Neufassung der Satzung”, “Karpfenernte mal anders” oder um das Tauchen im Kolk. Viel Spass beim Lesen.
Passt auf euch auf und bleibt gesund.

Zweiter Einsatz in Bangstede

Zu einem weiteren Strauchschnitt- und Räumeinsatz trafen sich am Samstagvormittag 22 Helfer am BVO-eigenen See in Bangstede. Das Wetter war leider auch nicht besser als beim Arbeitseinsatz im Januar (siehe Bericht “Eigentum verpflichtet”).

Dennoch konnten die Arbeiten abschließend nahezu fertiggestellt werden.

Der BVO als Eigentümer war hier in der Pflicht und bedankt sich deshalb ausdrücklich für den selbstlosen Einsatz der an der Aktion beteiligten Jäger und der Grundstücksanlieger. Wir sagen Danke!

Simonswolde: Pflegemaßnahme mit BVO-Beteiligung am Sandwater

Der Ortsrat Simonswolde hatte Mitte Februar zu einer weiteren Pflegemaßnahme am Sandwater eingeladen. Der Niedermoorsee in Simonswolde (Gemeinde Ihlow) – Angelgewässer des BVO – steht unter Naturschutz und verlandet zunehmend. In den letzten beiden trockenen Sommern kam es wegen Sauerstoffmangels zum Fischsterben. Der Ortsrat bemüht sich seit geraumer Zeit in Abstimmung mit dem Landkreis Aurich, den Stadtwerken Emden als Flächeneigentümerin und der Gemeinde Ihlow um Pflegemaßnahmen, um die Situation zumindest punktuell zu verbessern. Bereits im letzten Winter gab es eine Aktion unter Beteiligung des BVO, bei der wild aufgeschlagene Birken und Eschen aus dem Schilfgürtel  entfernt wurden.

BVO-Mitglieder beteiligten sich an einer Aktion des Ortsrates Simonswolde

Mit der jetzigen Pflegemaßnahme wurde der im nordöstlichen Bereich des Sandwaters gelegene Fußweg wieder freigeschnitten. Der Fußweg war in den letzten Jahren mit Buschwerk und Brombeeren zugewachsen. „Wir freuen uns, dass es jetzt wieder möglich sein ist, einmal ganz um das Sandwater herum zu wandern. In den letzten Jahren war das nicht mehr möglich“, so Ortsbürgermeister Arno Ulrichs. Ortsratsmitglied Sonja Reiter, die zusammen mit Ulrichs die Pflegemaßnahme mit dem Landkreis abstimmte, freut sich, „dass damit das Sandwater wieder in seiner ganzen Ausdehnung erlebbar wird.“ Gleichzeitig wurde eine weitere Angelstelle freigeschnitten und der Zugang zu einer weiteren Angelstelle erleichtert.

Ortsbürgermeister Arno Ulrichs bedankte sich beim BVO für die tatkräftige Hilfe: „Mit den bisherigen kleineren Aktionen machen wir auch den Weg frei für spätere weitergehende Maßnahmen, um die Gewässerqualität des Sandwaters nachhaltig zu verbessern”.