Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Größter niedersächsischer Aalbesatz in Ostfriesland. Ostfrieslands Angler setzen fast eine viertel Million Jungaale in die Gewässer

Sorgfältig werden die Aale in den Auricher Hafen entlassen.

Genauso wie Elefant und Tiger ist der Europäische Aal nicht zuletzt durch den illegalen internationalen Handel bedroht. Die Glasaale werden dazu zunächst an den atlantischen Flussmündungen, wie die der Loire, von Schwarzfischern gefangen und lebend nach Hong Kong geschmuggelt. Von dort geht es in Aquakulturen, meist auf das chinesische Festland, wo die Aale in Massentierhaltung mit industriellen Futtermitteln gemästet werden. Haben die Fische ihre tafelfertige Größe erreicht werden sie hauptsächlich nach Japan verkauft, wo sie als Sushi in den Mägen der Konsumenten enden. Ein anderes Unheil droht den Aalen, die es hier bei uns bis zur Geschlechtsreife gebracht haben und nun in das für sie einzige Laichgebiet, die Sargassosee im Atlantik bei den Bahamas, abwandern wollen. Die meisten so  in den großen Strömen Deutschlands und Europas schwimmenden Tiere erreichen nur zu einem Bruchteil die Nordsee. Querverbauungen und insbesondere Wasserkraftwerke stellen für sie eine tödliche Gefahr dar. Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2020 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen. Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) und der Angelsportverein Leer (ASV) zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen. Insgesamt gelang es so für den BVO 847 Kilo und für den ASV rund 114 Kilo Aale zu einem Stückgewicht von rund 4 Gramm einzukaufen. Insgesamt ergibt das die stattliche Zahl von weit mehr als 240.000 Jungtieren. Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen.

Ralf Gerken, wissenschaftlicher Mitarbeiter des AVN, begutachtet die Aale

Zur Frage der Herkunft der Aale erklärt Eric Jibben, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im BVO, wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt,  dass der Besatz geeigneter Gewässer mit Jungaalen die wirksamste Maßnahme sei, um den Fortbestand der Aalbestände in Europa zu sichern. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt. Genau wie eingangs beschrieben werden die Tiere an den europäischen Flussmündungen abgefangen und in Fischfarmen vorgestreckt. Nur eben ganz legal zum Zwecke der Arterhaltung. Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO und Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer, waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen. Diesen Ablauf jedes Jahr minutiös zu planen gleicht einer logistischen Meisterleistung und ist nur durch die Bereitschaft so vieler ehrenamtlich tätiger Angler zu schaffen, so Nieland gegen Mittag dankend an der letzten Abgabestelle am Uphuser Meer bei Emden. Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland abschließend zum Uphuser Meer bei Emden. “Der Ablauf hat wieder einmal bestens geklappt”, freute sich Nieland am Mittag.

Unter erschwerten Bedingungen. Auch der diesjährige Aalbesatz blieb von den Corona-Auflagen nicht verschont

Verbandsnachrichten 1/2020 jetzt Online verfügbar.

Die Verbandsnachrichten sind in der Post und jetzt auch online einsehbar. Ihr findet sie HIER. Neben den bekannten Rubriken gibt es diesmal u.a. die Themen: “Neufassung der Satzung”, “Karpfenernte mal anders” oder um das Tauchen im Kolk. Viel Spass beim Lesen.
Passt auf euch auf und bleibt gesund.

Zweiter Einsatz in Bangstede

Zu einem weiteren Strauchschnitt- und Räumeinsatz trafen sich am Samstagvormittag 22 Helfer am BVO-eigenen See in Bangstede. Das Wetter war leider auch nicht besser als beim Arbeitseinsatz im Januar (siehe Bericht “Eigentum verpflichtet”).

Dennoch konnten die Arbeiten abschließend nahezu fertiggestellt werden.

Der BVO als Eigentümer war hier in der Pflicht und bedankt sich deshalb ausdrücklich für den selbstlosen Einsatz der an der Aktion beteiligten Jäger und der Grundstücksanlieger. Wir sagen Danke!

Simonswolde: Pflegemaßnahme mit BVO-Beteiligung am Sandwater

Der Ortsrat Simonswolde hatte Mitte Februar zu einer weiteren Pflegemaßnahme am Sandwater eingeladen. Der Niedermoorsee in Simonswolde (Gemeinde Ihlow) – Angelgewässer des BVO – steht unter Naturschutz und verlandet zunehmend. In den letzten beiden trockenen Sommern kam es wegen Sauerstoffmangels zum Fischsterben. Der Ortsrat bemüht sich seit geraumer Zeit in Abstimmung mit dem Landkreis Aurich, den Stadtwerken Emden als Flächeneigentümerin und der Gemeinde Ihlow um Pflegemaßnahmen, um die Situation zumindest punktuell zu verbessern. Bereits im letzten Winter gab es eine Aktion unter Beteiligung des BVO, bei der wild aufgeschlagene Birken und Eschen aus dem Schilfgürtel  entfernt wurden.

BVO-Mitglieder beteiligten sich an einer Aktion des Ortsrates Simonswolde

Mit der jetzigen Pflegemaßnahme wurde der im nordöstlichen Bereich des Sandwaters gelegene Fußweg wieder freigeschnitten. Der Fußweg war in den letzten Jahren mit Buschwerk und Brombeeren zugewachsen. „Wir freuen uns, dass es jetzt wieder möglich sein ist, einmal ganz um das Sandwater herum zu wandern. In den letzten Jahren war das nicht mehr möglich“, so Ortsbürgermeister Arno Ulrichs. Ortsratsmitglied Sonja Reiter, die zusammen mit Ulrichs die Pflegemaßnahme mit dem Landkreis abstimmte, freut sich, „dass damit das Sandwater wieder in seiner ganzen Ausdehnung erlebbar wird.“ Gleichzeitig wurde eine weitere Angelstelle freigeschnitten und der Zugang zu einer weiteren Angelstelle erleichtert.

Ortsbürgermeister Arno Ulrichs bedankte sich beim BVO für die tatkräftige Hilfe: „Mit den bisherigen kleineren Aktionen machen wir auch den Weg frei für spätere weitergehende Maßnahmen, um die Gewässerqualität des Sandwaters nachhaltig zu verbessern”. 

Eigentum verpflichtet

Im Eigentum des BVO ist dieser in der Gemeinde Ihlow gelegene See

Seit 2017 ist der BVO Eigentümer eines idyllischen kleinen Sees in Bangstede  in der Gemeinde Ihlow. Dieser ist umrahmt von einer hohen Baum- und Strauchschonung, welche zahlreichen Wildtieren Schutz und Lebensraum bietet. Nun aber hatten sich diese Gehölze derart in Richtung der landwirtschaftlich genutzten Ländereien ausgebreitet, dass ein gewisser Rückschnitt unumgänglich war.

Rund 40 Helfer trafen sich am Samstagmorgen in Ihlow

Rund 40 BVO-Mitglieder aus verschiedenen Ortsgruppen  und Freunde der ortsansässigen Jägerschaft  hatten sich am Samstag zu einem Arbeitseinsatz am See eingefunden um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Auf die freigewordenen Flächen sollen im Frühjahr ggfs. Wildblumen für Bienen und Insekten ausgesäht werden

“Man-Power” war angesagt um dem Wildwuchs Herr zu werden
Mit leichtem und schwerem Gerät und guter Laune ging man an die Arbeit

Als  besonders widerspenstig erwies sich ein über die Jahre eingewachsener Maschendrahtzaun, welcher insbesondere eine Gefahr  für Geweih tragendes Wild darstellt. Dieser konnte nur mit schwerem Gerät aus dem Boden entfernt werden.

Ein eingewachsener Maschendrahtzaun wurde zur Gefahr für das Wild und musste mit schwerem Gerät entfernt werden

Leider machte gegen Mittag einsetzender Regen dem Arbeitseinsatz ein Ende, so dass die Arbeiten nicht ganz fertiggestellt werden konnten.

Ohne Mampf kein Kampf. Zur “Belohnung” gab es nach getaner Arbeit einen leckeren Eintopf im Gemeindehaus

Ein nochmaliger Einsatz ist am 22.Februar geplant. Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen. Anmeldungen bitte über den jeweiligen  Obmann