Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Alle Jahre wieder…

Ein schnelles Bild, bevor es endlich in die Freiheit geht

Mittlerweile ist der alljährliche Aalbesatz in den Gewässern Ostfrieslands fester Bestandteil des Aalmanagements-Programms der EU, des Landes Niedersachsen (niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit -Dezernat Lebensmittelsicherheit-) und als ausführende Vereine, des Angelsportvereins Leer (ASV), des Sportfischervereins Borkum sowie Deutschlands größtem Angelverein, des Bezirksfischereivereins für Ostfriesland e.V.(BVO). Der BVO hat in diesem Jahr erstmals mehr als 11.000 Mitglieder zu verzeichnen.

Seine Tour durch Ostfriesland ist für Matthias Littmeyer und seinen “Aal-Laster” mittlerweile Routine

Ungewöhnlich war in diesem Jahr aber die Aktion an einem Sonntag durchzuführen und dazu bei allerschönstem Sonnenschein. Der Terminplan aller Verantwortlichen und des Lieferanten, der emsländischen Fischfarm Albe, ließen keinen anderen Tag zu.  Was für die rund 120 Ehrenamtlichen angenehm war, bedeutete für die Fische puren Stress.

Und so musste der Besatz in diesem Jahr besonders gut geplant und schnell ausgeführt werden. Die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen hinsichtlich der logistischen  Organisation der größten niedersächsischen Einzelmaßnahme erwiesen sich hier als enormen Vorteil.

Am Zielort angekommen: Wilko Fluss, OG Norden, entlässt die Tiere in eines der neuen BVO-Gewässer im Bereich der Gemeinde Großheide

Der an einem Sonntag nicht so dichte Verkehr ermöglichte es dann auch dem großen Kühllaster, beginnend am Hafen in Leer, recht zügig die Abgabestationen in Timmel, Marcardsmoor, Aurich, Georgsheil, dem Großen Meer in Südbrookmerland und das Uphuser Meer in Uphusen anzufahren.

Alle Tiere konnten gesund ihrem Element übergeben werden, freute sich am Mittag Hilko Nieland, erster Gewässerwart des BVO, und bedankte sich ausdrücklich für den kurzfristigen Einsatz bei den freiwilligen Helfern, Organisatoren und beteiligten Behörden.

An jeder Abgabestation versammelten sich zahlreiche große und kleine Zuschauer und verfolgten die Maßnahme zum Erhalt des europäischen Aalbestandes aufmerksam.

Insgesamt wurden am Sonntagvormittag rund 250.000 Jungaale zu einem Stückgewicht von durchschnittlich 3 Gramm in die Gewässer eingebracht. EJ.

Dach des Schuppens auf dem BVO-Gelände erneuert

Noch kurz vor Weihnachten wurde das Dach des Schuppens auf dem BVO-Gelände grundlegend saniert.

Der Schuppen auf dem östlichen Teil des BVO-Geländes steht unmittelbar an den Aufzuchtteichen des Vereins und dient seit Jahrzehnten in erster Linie zur Unterbringung von Utensilien zur Fischaufzucht.

Ein weiterer Teil wird als Abstellraum beziehungsweise Büro von der Casting-Abteilung genutzt.

Ein neues Ziegeldach ersetzt das ursprüngliche Reetdach des Schuppens auf dem BVO-Gelände.

Das ursprüngliche Reetdach war völlig morsch und somit abgängig.

Die darunter befindliche Dachkonstruktion allerdings konnte wiederverwendet werden.

Aus Kostengründen entschied man sich nun aber für eine solide und langlebige Ziegeldacheindeckung.

Um den auf dem BVO-Gelände lebenden Eulen gerecht zu werden, wurde ein sogenannter Eulenkasten  mit eingebaut. So können diese das Dach für Ihr Brutgeschäft nutzen.

Ein großer Dank gilt der Firma Börchert Schoon aus Aurich für die zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführten Arbeiten.

Der Vorstand

Rund 650 Schlammpeitzger in die Freiheit entlassen

Bereits Anfang November haben ehrenamtliche Helfer des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO) rund 650 stark vom Aussterben bedrohte Schlammpeitzger in die Gewässer um Emden ausgesetzt.

Wird rund 30cm lang und mit der Angel so gut wie nie gefangen: Der Schlammpeitzger Bild: Gordon Päschel / Ostfriesenzeitung

Die Tiere wurden auf einem der Teiche des BVO im Emder Stadtteil Uphusen auf ganz natürliche Art erbrütet. Berufsfischer Rudi Endjer, welcher eine Ausnahmegenehmigung zum Fang dieser geschützten Art besitzt, hatte im Vorjahr rund 20 Elterntiere in den Teich gesetzt.

Hilko Nieland und Matthias Poets entlassen sorgsam die seltenen Tiere in die Freiheit. Bild: Gordon Päschel / Ostfriesenzeitung

Unter großem Interesse der hiesigen und überregionalen Medien wurden die Tiere abgefischt und ausgewildert. Großen Lob erhielt der BVO dafür unter anderem vom Umweltamt der Stadt Emden.

Angeln boomt weiterhin

Mitgliederversammlung des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO) in der Stadthalle Aurich

Im zweiten Jahr in Folge fand die Versammlung unter Corona-Bedingungen statt

Um 399 auf 10419 Mitglieder hat sich die Zahl der im BVO organisierten Angler erhöht. Dies ist einer der Gründe, weshalb auch das Vereinsergebnis mit einen Gewinn in Höhe von 159.146 Euro unerwartet hoch ausfiel. Diese beiden Zahlen waren die Kernaussage des Vorsitzenden Onno Behrends auf der Mitgliederversammlung des BVO am Sonntag in der Stadthalle in Aurich. In Zeiten der Pandemie haben sich wohl viele ehemalige Mitglieder an ihre ehemals abgelegte Fischerprüfung erinnert und sind wieder in den BVO eingetreten, mutmaßte Behrends. Insgesamt 295 Mitglieder waren zwanzig, vierzig oder mehr Jahre im BVO. Die Jubilare wurden allesamt postalisch geehrt. Große Sorgen bereitete wegen der Corona Pandemie anfangs die Ausbildung. 20 bis 50 Personen in einem beengten Unterrichtsraum unterzubringen war plötzlich unmöglich. Mario Feddinga, der neben den Finanzen auch für die Ausbildung zuständig ist, hatte die Idee, Lehrgänge per Videokonferenz anzubieten. Nach anfänglicher Skepsis des Vorstandes hat Feddinga zusammen mit seinem Ausbilderteam inzwischen ein Konzept entworfen, um den andere Vereine den BVO beneiden. Die Nutzung der Vereinsheime war ebenfalls nur eingeschränkt möglich. Der Vorsitzende hofft jetzt, dass sich gerade im kurz vor der Fertigstellung stehenden Vereinsheim Großefehn zukünftig reges Leben einstellt. Eine Neuerung für viele Mitglieder war 2020 die Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr. Inzwischen haben rund 8500 Mitglieder dem Verein eine Einzugsermächtigung erteilt. In seinen Schlussbemerkungen dankte Behrends dem leider immer kleiner werdenden Kreis der ehrenamtlichen Helfer im BVO, ohne die vieles im Verein nicht möglich wäre oder teuer bezahlt werden müsse. Ein großer Dank ging ebenfalls an die Angestellten des BVO, die die zahlreichen pandemiebedingten Änderungen im Verein unter großem Arbeitseinsatz umgesetzt hätten.

Onno Behrends berichtete von einem schwierigen Jahr mit gutem Ergebnis

Mario Feddinga erläuterte anschließend die Finanzentwicklung des Vereins im Geschäftsjahr detailliert. Auch er betonte, dass das Ergebnis coronabedingt so ausfiel. Den Mehreinnnahmen durch den Mitgliederzuwachs standen Minderausgaben durch ausgefallene Veranstaltungen und Aktivitäten sowie Investitionen des Vereins entgegen. Den Beitrag braucht man vor diesem Hintergrund natürlich nicht anzupassen. Feddinga, wie auch der Vorsitzende erklärten, dass natürlich in den Folgejahren Investitionen nachzuholen sind und das Ergebnis 2020 wohl eine Momentsituation darstelle. Auch er dankte den freiwilligen Helfern, ohne die dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre.

Hilko Nieland, zuständig für Fischereiaufsicht und Gewässerschutz im BVO, gab anschließend einen interessanten Einblick in seinen Zuständigkeitsbereich. Pandemiebedingt konnte die personalintensive Arbeit in der Brutanlage für Hechte nicht durchgeführt werden. Kompensiert wurde dies zum Teil durch die verstärkte Bewirtschaftung der Teiche, wo die natürliche Fortpflanzung durch die Besetzung mit 64  Elterntieren gepflegt wurde. Auf die 8 Teiche des BVO wurden im April je 5 männliche und 3 weibliche Hechte besetzt. Er ließ außerdem nochmals den alljährlichen Aalbesatz Revue passieren und dankte ebenfalls den zahlreichen Helfern.

44 ehrenamtliche Fischereiaufseher, davon 40 in Doppelfunktion ausgebildete Gewässerwarte, sorgen aktuell für Ordnung an den Gewässern des  Verbandes. In 2020 wurden 49 Strafanzeigen wegen Fischwilderei gestellt.

34 Gastkarten wurden aufgrund von Verstößen gegen die Fischerei- und Gewässerordnung eingezogen.

Fischsterben gab es 2020 leider auch zu beklagen. Insbesondere die kleineren und flachen Gewässer waren hier betroffen. Durch hohe Nährstoffeinträge sind diese besonders vom Überwucherung und Verschlammung betroffen.

Aktuell anstehende Projekte sind die Fortführung des “Baggersee-Projektes” und des “Schlammpeizger-Projektes”.  Versuche mit der Aufzucht von Zandern in den Teichen des BVO werden ebenfalls fortgesetzt. Neu ist das sogenannte Edelkrebs-Monitoring, gefördert durch die Bingo-Umweltstiftung. Hierbei werden die Gewässer des BVO auf das Vorhandensein von Edelkrebsen (Flusskrebsen), nicht zu verwechseln mit Wollhandkrabben oder dem invasiven amerikanischen Kamberkrebs, welcher als Überträger der Krebspest gilt, untersucht. Manfred Albertsmann aus Hinte hat schon Erfahrungen auf diesem Gebiet in anderen Bundesländern gesammelt und unterstützt den BVO maßgeblich.

Abschließend gab Holger Flick einen Überblick über die Jugendarbeit des BVO während der Pandemie. Erschwerend war dies, weil der BVO über 3 Landkreise vertreten ist und man nicht immer einheitliche Vorgaben zu beachten hatte. 2020 kam so die gesamte Jugendarbeit zum Erliegen. Positiv bemerkte er lediglich das Interesse  am Angeln allgemein. Rund 10 Prozent der Neumitglieder entfielen auf den Jugendbereich. Aktuell sind im BVO rund 880 Jugendliche organisiert. Er hofft jetzt, dass das Abangeln der Jugend im Oktober stattfinden kann.

Kassenprüfer Werner Koch aus Emden beantragte dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Dem schloss sich die Versammlung einstimmig an. Zuvor bestätigte Koch, dass auch aus den vorgelegten Abrechnungsbelegen hervorginge, wie arbeitsintensiv die Tätigkeit des Vorstandes sei. So war ein Vorstandsmitglied in einem Monat an 17 Tagen ehrenamtlich für den BVO tätig gewesen.

Behrends schloss die Versammlung gegen Mittag in der Hoffnung, dass die nächste Versammlung im kommenden Jahr unter etwas mehr Normalität stattfinden kann.

170 Ehrenamtliche setzen 320.000 Aale aus.Ostfrieslands Angler setzen erneut Jungaale in die Gewässer

Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2021 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen.

Berufsfischer Rudolf Endjer entließ die Jungaale entlang der Schilfgürtel am Großen Meer

Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO), der Angelsportverein Leer (ASV), sowie der SFV Borkum zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen.

An jeder Abgabe- und Verteilstation bot sich am Samstagvormittag das gleiche Bild: Insgesamt rund 170 Ehrenamtliche erwarteten den Transporter der Firma Albe um endlich die Aale im Empfang nehmen zu können.

Als Besatz vorgesehen waren für den Bereich des BVO 690 Kg, ASV Leer 100 Kg und für den SFV Borkum 12 Kg. Also insgesamt 802 Kg.

Und so kam es auch. Bei zwei Zähl- und Wiegeproben während des Besatzes wurde ein Durchschnittsgewicht von 2,50 Gramm ermittelt. Rund 320.000 Aale wurden somit in ihr Element entlassen. Dr. Markus Diekmann, leitender Veterinär beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit -Dez. Binnenfischerei-Fischereikundlicher Dienst-, begutachtete die Tiere und stellte einen einwandfreien Gesundheitsstatus fest.

Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland stellten durch 2 Zähl- und Wiegeproben das Durchschnittsgewicht und somit die Gesamtzahl der Aale und den Gesundheitszustand fest.

Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland, dem Großen Meer und abschließend zum Uphuser Meer bei Emden.  In Südbrookmerland nahmen Mitglieder der Ortsgruppe Norden des BVO ein großes Kontingent in Empfang und verteilten die Tiere auf das nördliche Verbandsgebiet des BVO, u.a. auch in die neu vom Entwässerungsverband Norden angepachteten Gewässer im Bereich Großheide und Berumerfehn.

Großes Interesse zeigte auch in diesem Jahr die ostfriesische Presse an der Besatzaktion. Erstmals vertreten war ein Redakteur des bekannten Ostfriesland-Magazins. Stefan Hellmich interviewt Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland.
Wir dürfen gespannt sein, ob demnächst ein ebenso schöner Bericht über das Leben des europäischen Aales im Ostfriesland Magazin erscheint, wie der Bericht über den BVO in der April-Ausgabe des Magazins.

Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt.

Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO,  Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer und Henning Krolage vom SFV Borkum waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen.

Nur noch wenige Sekunden, dann geht`s endgültig in die Freiheit. Von nun an sind die Tiere sich selbst überlassen. Wir hoffen, dass es möglichst vielen von Ihnen gelingt, irgendwann das Laichgebiet in der Sargasso-See zu erreichen und sich natürlich fortzupflanzen.

Alle Verantwortlichen zeigten sich am Mittag sehr zufrieden über den reibungslosen Ablauf. Ein großer Dank geht an alle rund 170 ehrenamtlichen Helfer.