Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Angeln boomt weiterhin

Mitgliederversammlung des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO) in der Stadthalle Aurich

Im zweiten Jahr in Folge fand die Versammlung unter Corona-Bedingungen statt

Um 399 auf 10419 Mitglieder hat sich die Zahl der im BVO organisierten Angler erhöht. Dies ist einer der Gründe, weshalb auch das Vereinsergebnis mit einen Gewinn in Höhe von 159.146 Euro unerwartet hoch ausfiel. Diese beiden Zahlen waren die Kernaussage des Vorsitzenden Onno Behrends auf der Mitgliederversammlung des BVO am Sonntag in der Stadthalle in Aurich. In Zeiten der Pandemie haben sich wohl viele ehemalige Mitglieder an ihre ehemals abgelegte Fischerprüfung erinnert und sind wieder in den BVO eingetreten, mutmaßte Behrends. Insgesamt 295 Mitglieder waren zwanzig, vierzig oder mehr Jahre im BVO. Die Jubilare wurden allesamt postalisch geehrt. Große Sorgen bereitete wegen der Corona Pandemie anfangs die Ausbildung. 20 bis 50 Personen in einem beengten Unterrichtsraum unterzubringen war plötzlich unmöglich. Mario Feddinga, der neben den Finanzen auch für die Ausbildung zuständig ist, hatte die Idee, Lehrgänge per Videokonferenz anzubieten. Nach anfänglicher Skepsis des Vorstandes hat Feddinga zusammen mit seinem Ausbilderteam inzwischen ein Konzept entworfen, um den andere Vereine den BVO beneiden. Die Nutzung der Vereinsheime war ebenfalls nur eingeschränkt möglich. Der Vorsitzende hofft jetzt, dass sich gerade im kurz vor der Fertigstellung stehenden Vereinsheim Großefehn zukünftig reges Leben einstellt. Eine Neuerung für viele Mitglieder war 2020 die Umstellung auf bargeldlosen Zahlungsverkehr. Inzwischen haben rund 8500 Mitglieder dem Verein eine Einzugsermächtigung erteilt. In seinen Schlussbemerkungen dankte Behrends dem leider immer kleiner werdenden Kreis der ehrenamtlichen Helfer im BVO, ohne die vieles im Verein nicht möglich wäre oder teuer bezahlt werden müsse. Ein großer Dank ging ebenfalls an die Angestellten des BVO, die die zahlreichen pandemiebedingten Änderungen im Verein unter großem Arbeitseinsatz umgesetzt hätten.

Onno Behrends berichtete von einem schwierigen Jahr mit gutem Ergebnis

Mario Feddinga erläuterte anschließend die Finanzentwicklung des Vereins im Geschäftsjahr detailliert. Auch er betonte, dass das Ergebnis coronabedingt so ausfiel. Den Mehreinnnahmen durch den Mitgliederzuwachs standen Minderausgaben durch ausgefallene Veranstaltungen und Aktivitäten sowie Investitionen des Vereins entgegen. Den Beitrag braucht man vor diesem Hintergrund natürlich nicht anzupassen. Feddinga, wie auch der Vorsitzende erklärten, dass natürlich in den Folgejahren Investitionen nachzuholen sind und das Ergebnis 2020 wohl eine Momentsituation darstelle. Auch er dankte den freiwilligen Helfern, ohne die dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre.

Hilko Nieland, zuständig für Fischereiaufsicht und Gewässerschutz im BVO, gab anschließend einen interessanten Einblick in seinen Zuständigkeitsbereich. Pandemiebedingt konnte die personalintensive Arbeit in der Brutanlage für Hechte nicht durchgeführt werden. Kompensiert wurde dies zum Teil durch die verstärkte Bewirtschaftung der Teiche, wo die natürliche Fortpflanzung durch die Besetzung mit 64  Elterntieren gepflegt wurde. Auf die 8 Teiche des BVO wurden im April je 5 männliche und 3 weibliche Hechte besetzt. Er ließ außerdem nochmals den alljährlichen Aalbesatz Revue passieren und dankte ebenfalls den zahlreichen Helfern.

44 ehrenamtliche Fischereiaufseher, davon 40 in Doppelfunktion ausgebildete Gewässerwarte, sorgen aktuell für Ordnung an den Gewässern des  Verbandes. In 2020 wurden 49 Strafanzeigen wegen Fischwilderei gestellt.

34 Gastkarten wurden aufgrund von Verstößen gegen die Fischerei- und Gewässerordnung eingezogen.

Fischsterben gab es 2020 leider auch zu beklagen. Insbesondere die kleineren und flachen Gewässer waren hier betroffen. Durch hohe Nährstoffeinträge sind diese besonders vom Überwucherung und Verschlammung betroffen.

Aktuell anstehende Projekte sind die Fortführung des “Baggersee-Projektes” und des “Schlammpeizger-Projektes”.  Versuche mit der Aufzucht von Zandern in den Teichen des BVO werden ebenfalls fortgesetzt. Neu ist das sogenannte Edelkrebs-Monitoring, gefördert durch die Bingo-Umweltstiftung. Hierbei werden die Gewässer des BVO auf das Vorhandensein von Edelkrebsen (Flusskrebsen), nicht zu verwechseln mit Wollhandkrabben oder dem invasiven amerikanischen Kamberkrebs, welcher als Überträger der Krebspest gilt, untersucht. Manfred Albertsmann aus Hinte hat schon Erfahrungen auf diesem Gebiet in anderen Bundesländern gesammelt und unterstützt den BVO maßgeblich.

Abschließend gab Holger Flick einen Überblick über die Jugendarbeit des BVO während der Pandemie. Erschwerend war dies, weil der BVO über 3 Landkreise vertreten ist und man nicht immer einheitliche Vorgaben zu beachten hatte. 2020 kam so die gesamte Jugendarbeit zum Erliegen. Positiv bemerkte er lediglich das Interesse  am Angeln allgemein. Rund 10 Prozent der Neumitglieder entfielen auf den Jugendbereich. Aktuell sind im BVO rund 880 Jugendliche organisiert. Er hofft jetzt, dass das Abangeln der Jugend im Oktober stattfinden kann.

Kassenprüfer Werner Koch aus Emden beantragte dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Dem schloss sich die Versammlung einstimmig an. Zuvor bestätigte Koch, dass auch aus den vorgelegten Abrechnungsbelegen hervorginge, wie arbeitsintensiv die Tätigkeit des Vorstandes sei. So war ein Vorstandsmitglied in einem Monat an 17 Tagen ehrenamtlich für den BVO tätig gewesen.

Behrends schloss die Versammlung gegen Mittag in der Hoffnung, dass die nächste Versammlung im kommenden Jahr unter etwas mehr Normalität stattfinden kann.

170 Ehrenamtliche setzen 320.000 Aale aus.Ostfrieslands Angler setzen erneut Jungaale in die Gewässer

Seit den 1970er Jahren ist der Bestand in Europa um 98 Prozent zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund fördert das Land Niedersachsen auch 2021 den Aalbesatz mit Landes- und EU-Mitteln, um die Blankaalabwanderungsrate in niedersächsischen Gewässern aufrecht zu erhalten und möglichst zu steigern. Die praktische Umsetzung erfolgt über den Landesfischereiverband Weser Ems und dem Anglerverband Niedersachsen mit ihren angeschlossenen Anglervereinen.

Berufsfischer Rudolf Endjer entließ die Jungaale entlang der Schilfgürtel am Großen Meer

Wie in den Vorjahren taten sich auch in diesem Jahr Deutschlands größter Anglerverein, der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO), der Angelsportverein Leer (ASV), sowie der SFV Borkum zwecks Antragstellung über den Anglerverband Niedersachsen und der gemeinsamen Bestellung zusammen um bestmögliche Konditionen zu erhalten und die größtmögliche Menge an Aalen einzukaufen.

An jeder Abgabe- und Verteilstation bot sich am Samstagvormittag das gleiche Bild: Insgesamt rund 170 Ehrenamtliche erwarteten den Transporter der Firma Albe um endlich die Aale im Empfang nehmen zu können.

Als Besatz vorgesehen waren für den Bereich des BVO 690 Kg, ASV Leer 100 Kg und für den SFV Borkum 12 Kg. Also insgesamt 802 Kg.

Und so kam es auch. Bei zwei Zähl- und Wiegeproben während des Besatzes wurde ein Durchschnittsgewicht von 2,50 Gramm ermittelt. Rund 320.000 Aale wurden somit in ihr Element entlassen. Dr. Markus Diekmann, leitender Veterinär beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit -Dez. Binnenfischerei-Fischereikundlicher Dienst-, begutachtete die Tiere und stellte einen einwandfreien Gesundheitsstatus fest.

Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland stellten durch 2 Zähl- und Wiegeproben das Durchschnittsgewicht und somit die Gesamtzahl der Aale und den Gesundheitszustand fest.

Seit 7 Uhr morgens war der speziell  dafür ausgerüstete Kühllaster einer emsländischen Fischfarm in Ostfriesland unterwegs, um die sehr empfindliche Fracht an die Vereine und Ortsgruppen des BVO zu verteilen.  Begonnen hatte die Tour in Leer und führte über Timmel, Marcardsmoor, Aurich und Südbrookmerland, dem Großen Meer und abschließend zum Uphuser Meer bei Emden.  In Südbrookmerland nahmen Mitglieder der Ortsgruppe Norden des BVO ein großes Kontingent in Empfang und verteilten die Tiere auf das nördliche Verbandsgebiet des BVO, u.a. auch in die neu vom Entwässerungsverband Norden angepachteten Gewässer im Bereich Großheide und Berumerfehn.

Großes Interesse zeigte auch in diesem Jahr die ostfriesische Presse an der Besatzaktion. Erstmals vertreten war ein Redakteur des bekannten Ostfriesland-Magazins. Stefan Hellmich interviewt Dr. Markus Diekmann und Hilko Nieland.
Wir dürfen gespannt sein, ob demnächst ein ebenso schöner Bericht über das Leben des europäischen Aales im Ostfriesland Magazin erscheint, wie der Bericht über den BVO in der April-Ausgabe des Magazins.

Dies ist die größte Einzelmaßnahme in Niedersachsen. Die EU-Aalverordnung sieht vor, jährlich steigende Anteile des Glasaalaufkommens für Besatzmaßnahmen innerhalb Europas zu reservieren. Inzwischen werden mehr als 60 % der Glasaalfänge dazu genutzt.

Hilko Nieland, Vorstandsmitglied beim BVO,  Uwe Brahms, Vorsitzender des ASV Leer und Henning Krolage vom SFV Borkum waren am Samstag dafür verantwortlich, die Tiere nach den Vorgaben des niedersächsischen Landesamtes für  Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit  -Dezernat Binnenfischerei, Fischereikundlicher Dienst-  in die ostfriesischen Gewässer auszubringen.

Nur noch wenige Sekunden, dann geht`s endgültig in die Freiheit. Von nun an sind die Tiere sich selbst überlassen. Wir hoffen, dass es möglichst vielen von Ihnen gelingt, irgendwann das Laichgebiet in der Sargasso-See zu erreichen und sich natürlich fortzupflanzen.

Alle Verantwortlichen zeigten sich am Mittag sehr zufrieden über den reibungslosen Ablauf. Ein großer Dank geht an alle rund 170 ehrenamtlichen Helfer.

Belly-Boot-Angeln

Erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Das Angeln vom “Belly”.

Auch im Verbandsgebiet des BVO erfreut sich das Angeln vom Belly-Boot immer größerer Beliebtheit. Dies liegt sicher zum einen an der Zunahme der Mitgliederzahlen allgemein während der Corona-Zeiten. Ein anderer Aspekt mag die Verfügbarkeit deutlich besserer Boote sein, von der das Angeln auch wirklich sicher und komfortabel ist und dementsprechend einfach mehr Spaß macht.

Aus Sicht des Verbandes ist gegen diese Art des Angelns eigentlich nichts einzuwenden. Es ist umweltschonend und leise, da so ein Boot in der Regel mittels Flossen, maximal mit einem E-Motor betrieben wird. Die Flora und Fauna an den Gewässern wird somit bestmöglich geschont.

Und dennoch häufen sich die Probleme mit dieser Art des Fischens.

Beim BVO gehen derzeit vermehrt Beschwerden über rücksichtslose, uneinsichtige und vermeintlich sich nicht regelkonform verhaltende “Belly-Kapitäne” ein.

Allein in freier Natur stellt ein “Belly-Angler” kein Problem dar.

Was ist das Problem?

Ein Großteil der Beschwerden kommt von sogenannten “Meerbuden-Besitzern” an den ostfriesischen Binnenmeeren, insbesondere dem Uphuser-Meer. Hier tummeln sich an den Wochenenden nicht einzelne, sondern mittlerweile eher dutzende Boote auf dem Wasser. 

Und wie es auch in anderen Bereichen des Lebens so ist: Die Belästigung des Einen fängt dort an, wo Rücksicht der Anderen zu wünschen übrig lässt. Es muss nicht sein, dass während der üblichen Ruhe- und Essenszeiten, bis an die Terrassen der Anwohner herangefahren wird und teilweise an deren Stege festgemacht wird. Dies ist den Anwohnern ganz einfach unangenehm. Dafür sollte jeder Verständnis haben.

Eine andere Art der Beschwerden kommt aus der Anglerschaft selbst und die dürfte es eigentlich gar nicht geben.  Die Regularien des Einsatzes solcher “Ein-Mann-Boote” sind in der Fischerei- und Gewässerordnung ganz klar und unmissverständlich geregelt:

Belly-Boote sind hinsichtlich sämtlicher Bestimmungen der Fischerei- und Gewässerordnung anderen Booten gleichgestellt! Das heißt ganz einfach, dass auch Belly Boote einen Anker mitzuführen haben und dieser auch benutzt wird, wenn der Angelplatz erreicht wird.

Ein kleiner 750Gramm Anker hält das Boot perfekt am Platz. Unabhängig davon, dass er auch auf einem Belly Vorschrift ist, kann man sich so sehr gut gegen die ständige Winddrift auf den ostfrisieschen Gewässern schützen.

Sog. Schlepp- und Vertikal-Fischen ist in den Gewässern des BVO nicht erlaubt.

Echolote sind in den flachen Gewässern für Boote allgemein nicht mehr explizit verboten, also auch nicht für Belly´s. Man fragt sich natürlich, wofür die an einem Belly benötigt werden?

Die Welt aus der Sicht eines “Belly-Kapitäns”. Näher kann man nicht mit der Natur und dem Element Wasser verbunden sein.

Wer mich kennt, weiß, dass ich selbst ein begeisterter Anhänger des Belly-Angelns bin.

Ich appelliere deshalb an alle Mitglieder und Freunde: “Nehmt einfach Rücksicht aufeinander und haltet Euch an die Regeln”!

Sonst sind die nächsten Einschnitte in unser schönes Hobby vorprogrammiert.

Nicht der Größte. Aber Belly, Barsch und Sonne gehören für mich zu einem perfekten Sommer einfach dazu.

Die Fischereiaufsicht ist schon jetzt angewiesen verstärkt auf Verstöße von Belly-Boot-Anglern zu achten.

Petri Heil und steht´s einen daumenbreit  Wasser unter den Flossen

E.J.

Wintereinbruch läutet die Schonzeit ein

Zum letzten Wochenende der Raubfischsaison hat der Winter in unserem Verbandsgebiet Einzug gehalten. Wo die Wasserflächen noch nicht zugefroren waren sah man heute wohl die letzten Angler auf der Pirsch nach Esox und Co.

Volle Konzentration zum Saisonabschluss

Vom 01. Februar bis einschließlich 15. Mai  dürfen sich unsere geschuppten Räuber dann ganz dem Brutgeschäft widmen und werden von uns in Ruhe gelassen. Wir bitten die Schonzeit strikt zu beachten!

Auch ohne Angelrute zeigte sich die Natur heute von seiner ganz besonderen Seite. Bilder wie wir sie hier seit Jahren nicht mehr erleben durften:

in ein paar Monaten ergrünt auch dieser Busch erneut.
gefrorene Salzwiesen außendeichs bei Norden-Westermarsch
frostiges Sonnenbad
Flug in frostig-klarer Luft
langsam aber sicher gefriert das Wasser zu Eis

Bleiben Sie gesund…

BVO bietet Online-Lehrgänge

Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte hat der BVO einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung im Online-Videoformat angeboten. Nachdem am 13. November in den Vereinsheimen in Aurich, Südbrookmerland und Norden zeitgleich um 18:00 Uhr die Anmeldungen zum Online-Videolehrgang durchgeführt wurden, wurde dieser im Zeitraum vom 17. November bis zum 12. Dezember 2020 im Online-Videoformat durchgeführt. Es haben insgesamt 76 Personen an unserem ersten Online-Videolehrgang, der von den Ausbildern Marco Ubben und Stefan Kuhlmann geleitet wurde, teilgenommen. Es haben 75 Teilnehmer die Fischerprüfung, die am 12. Dezember in der Zeit von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr in fünf Prüfungsdurchgängen durchgeführt wurde, bestanden.

Nur zur Prüfung, welche unter strikter Einhaltung eines Corona Hygienekonzeptes durchgeführt wurde, mussten die Teilnehmer persönlich erscheinen.
Die praktische Prüfung erfolgte quasi “im Freien” unter der Überdachung am Anglerheim in Tannenhausen.

Der BVO wird auch in Zukunft kontinuierlich und bedarfsorientiert interessierten Personen Online-Videolehrgänge, als zusätzliches Angebot zu unseren Präsenzlehrgängen in den Vereinsheimen, die auf Grund der Corona-Pandemie z. Zt. nicht stattfinden können, anbieten, so dass auch der grundsätzlich bestehende Bedarf an Fischerlehrgängen insgesamt jederzeit, durch ein entsprechendes Angebot, befriedigt  werden kann.

Mario Feddinga