Pressemitteilung vom 15.08.2018

Nach den Brassen sterben die Zander

Dramatische Entwicklung des Fischsterbens im Verbindungskanal

Keine Entspannung durch den Regen der letzten Tage verzeichnet der Bezirksfischereiverband für Ostfriesland (BVO) hinsichtlich des Fischsterbens im Verbindungskanal nahe Greetsiel. Schlimmer noch: Nach dem großen Sterben von Tonnen von Brassen vor etwa zwei Wochen, verendeten in den letzten Tagen hunderte von Zandern, Barschen und Hechten. Unser vorsichtiger Optimismus ging leider nicht in Erfüllung berichtet Eric Jibben, Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit im BVO.  Zunächst hatten wir die Befürchtung, dass im nächsten Jahr die Futterfische für die Raubfische fehlen könnten. Jetzt müssen wir schon einen Totalverlust des Fischbestandes in dem bei Anglern überregional bekannten Zandergewässer in Betracht ziehen. Dies bestätigt auch der leitende Biologe des Anglerverbandes Niedersachsen, Dr. Thomas Klefoth, welcher am Wochenende vor Ort war und eigene Wasserproben untersuchte. Der Salzgehalt, welcher bereits bei Beginn des Fischsterbens in etwa auf dem Niveau von Ostseewasser lag, ist noch weiter gestiegen. Zander können einen gewissen Salzgehalt eigentlich gut vertragen, aber dass hier ist einfach zu viel und die Exposition zu lange, so der Biologe.

ca. 80cm Zander auf der Steinpackung

 

 

Der Wortlaut des Biologen einer kurzfristig zur Lage übersandten Stellungnahme lautet:

Zitat Dr. Thomas Klefoth, Anglerverband Niedersachsen:

Im Zuge der letzten Wochen hat die Salzkonzentration im Wasser kontinuierlich zugenommen und es gibt keine Ausweichmöglichkeiten mehr für die Fische. Daher sterben seit ein paar Tagen auch die Zander und Barsche, obwohl sie relativ tolerant gegenüber Salzwasser sind. Wenn aber die Konzentration über längere Zeit zu hoch wird, ist irgendwann auch für diese Fischarten eine Grenze erreicht. Wenn sich nicht zügig eine Verdünnung mit Süßwasser einstellt, ist ein massenhaftes Sterben der Fische bis zum Totalausfall nicht auszuschließen. Lediglich beim Aal besteht die Hoffnung, dass keine größeren Ausfälle zu beklagen sind. Aale leben teilweise ihr ganzes Leben in der Nordsee und jeder einzelne Fisch überquert am Ende seines Lebens den Atlantik um vor Mittelamerika zu laichen. Daher sind Aale insgesamt besser auf das Leben im Salzwasser angepasst. Wenn sich die Situation in ein paar Monaten wieder normalisiert hat, kann durch standardisierte Netzfischerei überprüft werden, ob einzelne Fische überlebt haben. Darauf basierend muss dann über Strategien für den Neuaufbau der Fischbestände beraten werden.