Bezirksfischereiverband für Ostfriesland e.V. seit 1914

Umfangreiche Sanierung der Teichanlagen am BVO-Haus

Wer derzeit die Autobahnabfahrt Emden Ost benutzt um in die Stadt zu gelangen oder den Schotterweg durch die Wolthuser-Meeden Richtung BVO-Haus befährt, kann es schon von weitem sehen: Am BVO-Haus verrichten drei große Bagger ihre Arbeit

Schweres Gerät ist derzeit auf dem BVO-Gelände im Einsatz

Grund ist die umfangreiche Sanierung der Teichanlagen am BV0-Haus.

Seit Jahrzehnten dienen die 6 Teiche Jahr für Jahr der Hecht- und Karpfenaufzucht. In den letzten Jahren wurden außerdem Versuche mit der Reproduktion anderer Fischarten begonnen. Neben Versuchen mit Schleien und Zandern standen insbesondere die unter strengem Schutz stehenden Schlammpeizger im Fokus der Wissenschaft.

Wie bei natürlichen Standgewässern bleibt auch hier die allmähliche Verlandung nicht aus. Vor allem aber waren dringende Uferbefestigungsarbeiten von Nöten, auch im Hinblick auf die Verkehrssicherungspflicht. Nicht auszudenken, sollte ein Mitglied bei den jährlichen Besatz- und Abfischmaßnahmen zu Schaden kommen. Ferner wurden die umliegenden Unterhaltungswege immer schmaler und eine maschinelle Unterhaltung gestaltete sich immer schwieriger.

Auch die Stege waren nicht mehr verkehrssicher
wenige Tage nach der Trockenlegung sahen die Teiche so aus…

Dass diese Maßnahme vom Kostenrahmen einen Umfang erreichen würde, welcher eine Ausschreibung erforderlich macht, war dem geschäftsführenden Vorstand bewusst.

Wie aber geht man so etwas an, um abschließend vergleichbare Angebote zu erhalten?

Hier erwies sich wieder einmal, dass der gute Kontakt des BVO zu den Entwässerungsverbänden von unschätzbarem Wert ist.

In stundenlanger Arbeit, zunächst mit einer Begehung vor Ort und anschließend gemeinsam am Schreibtisch, erarbeitete der erste Gewässerwart des BVO, Hilko Nieland, zusammen mit dem Verbandsingenieur des Ersten Entwässerungsverbandes Emden, Jan van Dyk, eine entsprechende Angebotsanfrage nach den Verdingungsordnungen und Normen des Tiefbausektors.

Diese wurde an 5 hiesige, auf Gewässerunterhaltung spezialisierte Unternehmen, verschickt.

Hilko Nieland und Jan van Dyk, hier beim Tag der offenen Tür beim Ersten Entwässerungsverband Emden im vergangenen Jahr, erarbeiteten gemeinsam die Ausschreibung

Alle Unternehmen gaben ein Angebot ab. Die Angebotsanfrage zeigte nach der rechnerischen Prüfung, dass derartige Verfahren sinnvoll sind um letztendlich das beste Angebot herauszufiltern und Geld zu sparen und so optimal mit den Mitgliedsbeiträgen umzugehen.

Den Zuschlag erhielt Anfang Juli der Landschafts- und Kulturbauverband Aurich aus Georgsheil. Schon wenige Tage später rollten die ersten LKW mit den Rundholzpfählen an und die Bagger konnten mit dem Arbeiten beginnen.

Mehrere LKW-Ladungen Rundholzpfähle warten auf Ihren Einbau
Pfahl für Pfahl wurde eingerammt
Nach und nach erkennt man den Umfang der Arbeiten

Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, war die Idee, die Pfahlreihen etwa einen Meter in die jeweiligen Teiche hinein zu versetzen und den dahinter entstehenden Raum mit dem Aushub aus den Teichen zu verfüllen. So spart man sich die teure Entsorgung. Dies ist ein gängiges Mittel der Gewässerunterhaltung. Parallel sind die jeweiligen Unterhaltungswege wieder auf einer befahrbaren Breite ausgebaut.

Insgesamt wurden 4.345 Pfähle eingedrückt und somit 869 lfdm einer sogenannten Uferfußpunktsicherung eingebaut. Zudem wurden  900 lfdm Böschung profiliert. Die Arbeiten laufen derzeit auf Hochtouren und bislang zur vollsten Zufriedenheit des BVO .

Vor Ort begleitete Vorstandsmitglied und Fischereimeister Rudolf Endjer die Arbeiten.

Die Gesamtkosten bewegen sich im mittleren fünfstelligen Bereich.

Abschließend noch ein paar weitere eindrucksvolle Bilder:

vorher
nachher
der Vorstand begutachtet die Arbeiten
Hilko Nieland erklärt den Verlauf der Arbeiten und zeigt sich sehr zufrieden
eindrucksvoll auch von oben
BVO-Haus 2020

Bilder : BVO

Text: Eric Jibben Hilko Nieland Jan van Dyk

Zweiter Einsatz in Bangstede

Zu einem weiteren Strauchschnitt- und Räumeinsatz trafen sich am Samstagvormittag 22 Helfer am BVO-eigenen See in Bangstede. Das Wetter war leider auch nicht besser als beim Arbeitseinsatz im Januar (siehe Bericht “Eigentum verpflichtet”).

Dennoch konnten die Arbeiten abschließend nahezu fertiggestellt werden.

Der BVO als Eigentümer war hier in der Pflicht und bedankt sich deshalb ausdrücklich für den selbstlosen Einsatz der an der Aktion beteiligten Jäger und der Grundstücksanlieger. Wir sagen Danke!

Simonswolde: Pflegemaßnahme mit BVO-Beteiligung am Sandwater

Der Ortsrat Simonswolde hatte Mitte Februar zu einer weiteren Pflegemaßnahme am Sandwater eingeladen. Der Niedermoorsee in Simonswolde (Gemeinde Ihlow) – Angelgewässer des BVO – steht unter Naturschutz und verlandet zunehmend. In den letzten beiden trockenen Sommern kam es wegen Sauerstoffmangels zum Fischsterben. Der Ortsrat bemüht sich seit geraumer Zeit in Abstimmung mit dem Landkreis Aurich, den Stadtwerken Emden als Flächeneigentümerin und der Gemeinde Ihlow um Pflegemaßnahmen, um die Situation zumindest punktuell zu verbessern. Bereits im letzten Winter gab es eine Aktion unter Beteiligung des BVO, bei der wild aufgeschlagene Birken und Eschen aus dem Schilfgürtel  entfernt wurden.

BVO-Mitglieder beteiligten sich an einer Aktion des Ortsrates Simonswolde

Mit der jetzigen Pflegemaßnahme wurde der im nordöstlichen Bereich des Sandwaters gelegene Fußweg wieder freigeschnitten. Der Fußweg war in den letzten Jahren mit Buschwerk und Brombeeren zugewachsen. „Wir freuen uns, dass es jetzt wieder möglich sein ist, einmal ganz um das Sandwater herum zu wandern. In den letzten Jahren war das nicht mehr möglich“, so Ortsbürgermeister Arno Ulrichs. Ortsratsmitglied Sonja Reiter, die zusammen mit Ulrichs die Pflegemaßnahme mit dem Landkreis abstimmte, freut sich, „dass damit das Sandwater wieder in seiner ganzen Ausdehnung erlebbar wird.“ Gleichzeitig wurde eine weitere Angelstelle freigeschnitten und der Zugang zu einer weiteren Angelstelle erleichtert.

Ortsbürgermeister Arno Ulrichs bedankte sich beim BVO für die tatkräftige Hilfe: „Mit den bisherigen kleineren Aktionen machen wir auch den Weg frei für spätere weitergehende Maßnahmen, um die Gewässerqualität des Sandwaters nachhaltig zu verbessern”. 

Eigentum verpflichtet

Im Eigentum des BVO ist dieser in der Gemeinde Ihlow gelegene See

Seit 2017 ist der BVO Eigentümer eines idyllischen kleinen Sees in Bangstede  in der Gemeinde Ihlow. Dieser ist umrahmt von einer hohen Baum- und Strauchschonung, welche zahlreichen Wildtieren Schutz und Lebensraum bietet. Nun aber hatten sich diese Gehölze derart in Richtung der landwirtschaftlich genutzten Ländereien ausgebreitet, dass ein gewisser Rückschnitt unumgänglich war.

Rund 40 Helfer trafen sich am Samstagmorgen in Ihlow

Rund 40 BVO-Mitglieder aus verschiedenen Ortsgruppen  und Freunde der ortsansässigen Jägerschaft  hatten sich am Samstag zu einem Arbeitseinsatz am See eingefunden um dem Wildwuchs Einhalt zu gebieten. Auf die freigewordenen Flächen sollen im Frühjahr ggfs. Wildblumen für Bienen und Insekten ausgesäht werden

“Man-Power” war angesagt um dem Wildwuchs Herr zu werden
Mit leichtem und schwerem Gerät und guter Laune ging man an die Arbeit

Als  besonders widerspenstig erwies sich ein über die Jahre eingewachsener Maschendrahtzaun, welcher insbesondere eine Gefahr  für Geweih tragendes Wild darstellt. Dieser konnte nur mit schwerem Gerät aus dem Boden entfernt werden.

Ein eingewachsener Maschendrahtzaun wurde zur Gefahr für das Wild und musste mit schwerem Gerät entfernt werden

Leider machte gegen Mittag einsetzender Regen dem Arbeitseinsatz ein Ende, so dass die Arbeiten nicht ganz fertiggestellt werden konnten.

Ohne Mampf kein Kampf. Zur “Belohnung” gab es nach getaner Arbeit einen leckeren Eintopf im Gemeindehaus

Ein nochmaliger Einsatz ist am 22.Februar geplant. Freiwillige Helfer sind herzlich willkommen. Anmeldungen bitte über den jeweiligen  Obmann

Karpfenernte“ einmal anders -von Hilko Nieland-

Wunderschöner Spiegler, kaum vorstellbar, dass so ein Fisch in wenigen Jahren bis zu 90cm und über 15Kilo groß werden kann.

Gerade vor Weihnachten und zum Jahreswechsel zeigen uns die Medien eindrucksvolle Bilder von der Karpfenernte der gewerblichen Fischereifachbetriebe und der Vermarktung des geschätzten Speisefisches. Die drei bis vierjährigen Speisefische finden in Familienportionsgrößen gerade zu dieser Jahreszeit regen Absatz und werden zur Festtagsspeise als „Karpfen blau“, Bratfisch oder auch als geschätzter Räucherfisch.

Eine nachhaltige „Karpfenernte“ anderer Art war Anfang Dezember beim Bezirksfischereiverband für Ostfriesland –BVO- zu beobachten.

Die Angelfischer des BVO haben sich der naturnahen und nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Gewässer verschrieben. Es gilt, einen gesunden vielfältigen und artenreichen Fischbestand der ostfriesischen Gewässer zu hegen und zu pflegen.

Leider müssen auch wir in Ostfriesland feststellen, dass unsere Gewässer, bis auf wenige Ausnahmen, nicht die geforderten ökologischen Gewässerzustände aufweisen, die für eine natürliche angepasste Eigenreproduzierung der Fische erforderlich wäre. Es fehlt vielfach an einer geeigneten Wasserqualität mit entsprechenden Nährtieren, einer Gewässerdurchgängigkeit, aber auch an geeigneten Laichflächen für unsere Fische. Auch die letzten beiden Jahre mit den Extremwetterlagen haben große Lücken in den Fischbeständen aufgetan.

Auf die BVO-eigenen Teiche wurden Ende Juni rund 210.000 ca. 2mm kleine Karpfenlarven ausgesetzt.
Im Dezember wurden die Teiche abgelassen und ca. 169 kg, bzw. rund 25.000 kleine Setzlinge wie auf dem oberen Bild abgefischt
und anteilig für die einzelenen Ortsgruppen zur Abholung bereitgestellt.
Verteilung auf die Ortsgruppen des BVO

Nach erfolgreichem Abschluss der diesjährigen Junghechtaufzucht und Auswilderung auf geeignete BVO-Gewässer erfolgte Ende Juni die erneute Flutung der nunmehr hechtfreien Aufzuchtteiche beim BVO-Haus in Emden der  Besatz mit ca. 210.000 Karpfenlarven. Die ca. 2 mm kleinen Fische konnten von einem Fischereibetrieb in Ahlhorn erworben werden. Die natürliche Ablaichung der Elterntiere erfolgte dort Mitte Juni auf flache, grasbewachsene Teiche.

Anfang Dezember war es dann soweit. Insgesamt konnten 169 Kilo kleine Karpfen abgefischt und von ehrenamtlichen Helfern auf unsere BVO-Gewässer planmäßig ausgewildert werden. Das Heranwachsen der keinen Fische erfolgte unter ständiger Betreuung der letzten ostfriesischen Berufsfischer Rudolf und Reemt Endjer sowie Helfer aus der Anglerschaft.

Der BVO kann diese Maßnahme, aber auch die vorausgegangene Hechtaufzucht und die Aufzucht der artgeschützten Schlammpeitzger als einen großen Erfolg der ehrenamtlichen Arbeit verzeichnen. 169 Kilo Jungkarpfen ergaben auf Grund der durchgeführten Zählproben ein Durchschnittsgewicht von 7, 6 Gramm. Somit fast 25.000 Setzlinge zwischen vier und maximal 15 Gramm.

Trotztem dem strömenden Regen bei eisigen Temperaturen. Die Ehrenamtlichen des BVO bei ihrer Arbeit.
Noch schnell ein Gruppenfoto, dann gingen die kleinen Fische in Sauerstoffbeuteln auf die Reise zu Ihrem neuen Gewässer. Das Weihnachtsfest haben sie hoffentlich alle überlebt.

Hilko Nieland

Gewässerangelegenheiten und Fischereiaufsicht